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32/64-Bit-CPU

Eine 32-Bit-CPU verarbeitet Speicheradressen von bis zu 32 Bit (4 Bytes). Seit Intels 386er sind PC-Prozessoren 32-bittig. Der im Herbst 2000 erscheinende 'Itanium' wird Intels erste 64-Bit-CPU sein, er meistert also 64 Bit (8 Bytes).


B

Branch Prediction

Sprungvorhersage - nach einem bestimmten Algorithmus und mit einer Branch History Table versucht der Prozessor, vorherzusagen, ob ein bedingter Sprung ausgeführt wird oder nicht. Die Abarbeitung kann dann evtl. schon entsprechend spekulativ fortgesetzt werden. Eine gute Branch Prediction ist bei mehreren Pipelinestufen essentiell, weil bei falscher Vorhersage die gesamte Pipeline gelöscht und neu gefüllt werden muß.

Branch History Table

Diese Tabelle dient der Branch Prediction zur Vorhersage der Sprünge. Hier werden Vorhersagen und Ergebnisse gespeichert und für die nächsten Vorhersagen ausgewertet.

Branch Target Buffer

Der BTB ist ein Speicher, welcher die Sprungzieladressen aufnimmt.

Burst

Als Burst bezeichnet man die Zugriffe auf aufeinander folgender Adressen.


C

Cache

Weil schneller Speicher sehr teuer ist, benutzt man statt dessen langsameren und schaltet zwischen Prozessor und Speicher einen kleinen, schnellen Cache. Der Cache arbeitet als ein Zwischenspeicher - alles was vom Prozessor in den Hauptspeicher kommt oder umgekehrt, landet erst einmal im Cache. So kann der Prozessor schneller auf erst kürzlich benötigte Daten zugreifen und Schreibvorgänge in den Hauptspeicher können gebündelt werden.

Der L1-Cache ist seit dem 486 auf dem Prozessor angesiedelt und wird mit vollem Prozessortakt betrieben. Der L2-Cache ist auf dem Motherboard (bei Pentium-Pro/-II auf dem Prozessor/-modul)

Der L1-Cache wird bei einigen Prozessoren in Befehls- und Datencache aufgeteilt, so daß durch ein hohes Datenaufkommen keine Programmteile aus dem Cache "geworfen" werden.

Chipsatz

Der Chipsatz ist heutzutage der Hauptbestandteil eines Motherboards. Er ist verantwortlich für die Ansteuerung des Prozessors, des Speichers, der Busse und einger Peripherie. Damit ein Prozessor in einem Motherboard funktioniert, muß sich der Chipsatz auf diesen Prozessor einstellen lassen. Er muß die richtigen Spannungen und Taktraten für den Prozessor generieren können.

Die Gesamtperformance hängt neben einigen anderen Faktoren (verwendete Speicher, Festplatte(n), Grafikkarte etc.) stark vom Chipsatz des Motherboards ab.

Es existieren mehrere verschiedene Chipsätze für die verschiedenen Prozessortypen, an dieser Stelle sei auf den "Motherboard"-Vortrag von Karsten Petersen verwiesen.

CISC

Complex Instuction Set Computing. CISC bezeichnet ein Prozessordesign, das im Gegensatz zu RISC auf komplexe Instruktionen setzt, die innerhalb der CPU meist mittels Mikrocode ausgeführt werden.

Coprozessor

"Hilfsprozessor", der auf die Verarbeitung von Floating-Point Zahlen spezialisiert ist. Seit der 586-Generation in der CPU integriert.

CPU

Central Processing Unit - Zentralprozessor. Eine allgemeine Bezeichnung für den Hauptprozessor eines Computers.

CPUID

CPUID ist ein Assemblerbefehl, der bei späten 486ern auftauchte. Mit seiner Hilfe lassen sich der Hersteller und einige Features der CPU in Erfahrung bringen. Intel CPUs melden sich z.B. mit "GenuineIntel", AMDs mit "AuthenticAMD" und Cyrix CPUs mit "CyrixInstead". Der C6 von Centaur liefert alles mögliche - dort läßt sich die Identifikation per MSR ändern.


D

Die

Der Die hat nichts mit dem Tod zu tun, sondern bezeichnet das Stück Silizium, auf dem der Prozessor untergebracht ist. Von außen ist er nicht sichtbar. Bei modernen CPUs sind auch die Caches mit auf dem Die untergebracht.

Dotieren

Durch den Einbau von dreiwertigen bzw. fünfwertigen Atomen steigt die Anzahl freier Ladungsträger (Elektronen oder Löcher) im Silizium. Zur Abkürzung wird die Konzentration der Dotierungsatome mit p oder n angegeben:
'n' bedeutet mit Donatoren (5-wertig - z.B Arsen oder Phosphor)
'p' bedeutet mit Akzeptoren (3-wertig - z.B Bor).


E

EPIC

'Explicit Parallel Instruction Computing'
Hierbei übernimmt nicht der Prozessor, sondern der Compiler den Job der Parallelisierung.


F

Floating-Point

"Gleitkomma". Darstellung von reellen Zahlen im Rechner mit Hilfe von Vorzeichen, Mantisse und Exponent. Vorteil: Großer Rechenbereich. Nachteil: Ungleichmäße Veteilung der dastellbaen Zahlen, d.h. zwischen 0 und 1 k¨nnen mehr Zahlen dagestellt werden als zwischen 1.000.000 und 1.000.001. (Schwankende Genauigkeit)

Bis zum 386/486 konnten die CPUs selbst keine Floating-Point Zahlen verarbeiten und mußten sich auf einen Coprozessor verlassen. Ab Pentium bzw. 586 ist die FPU fester Bestandteil des Prozessors.

FPU

Floating-Point-Unit - Gleitkommaeinheit. Teil der CPU (früher war es der Coprozessor), der für die Verarbeitung von Gleitkommazahlen zuständig ist. Die Gleitkommaregister werden auch für die MMX-Erweiterungen mißbraucht.


I

ISSE
[ Internet Streaming SIMD Extension ]

( früher KNI ) Mit diesen Extensions erweitert Intel den x86 Befehlssatz um weitere 72 Instruktionen für Multimedia und besseren Cache-Durchsatz. Sie sind momentan in hochpreisigen Pentium III und Pentium III Xeons eingesetzt und sollen für allegemeine Leistungssteigerung dienen und nicht nur zur Spielebeschleunigung. Additions-, Vergleichs-, Divisions- und Vorladebefehle wurden auch verbessert.


MMX Befehle

Memory Streaming Instructions

Skalare Gleichtkommabefehle

SIMD-FP-Instructionen

Beschreibung

Weitere neue Befehle der Multimedia Extension

Beschleunigung des Datentransfers zwischen Prozessor, Cache, AGP-Bus, RAM durch mehr und leistungsfähigere Schreibpuffer

8 neue 128-bit Register

Kommt bei der gleichförmigen Manipulation gleichartiger großer Datenmengen zum Zug (z.B. Matrizen-Multiplikation)

Anwendung

Mehr Leistung bei 3D-Spielen

Davon profitieren vor allem Video-Applikationen und Spiele

Neue Formen der prozessorinternen Parallelverarbeitung (auch parallel zu anderen Rechenwerken)

Anwendung: 3D-Beleuchtungsberechnungen oder Rotation von 3D-Objekten z.B. Im CAD-Bereich


L

Lithographie

Die L. ist ein wesentlicher Prozeß bei der Herstellung integrierter Schaltkreise. Mit Lichtquelle und Linsensystem werden Strukturen aus einer Maske auf einen strahlungsempfindlichen organischen Lack (Resist) auf der Halbleiteroberfläche projiziert. Die unbelichteten Halbleiterflächen werden in einem weiteren Schritt aus der Siliziumscheibe (Wafer) herausgeätzt.
Da aus einem Wafer sehr viele Chips hergestellt werden, muß die Maske in einem 'Step- and Repeat'-Prozeß über die Wafer-Oberfläche geführt werden.


M

Mikrocode

Mit Hilfe des Mikrocode werden bei CISC-Prozessoren komplexe Operationen in "kleine Häppchen", d.h. einfachere Instruktionen zerlegt.

MMX

Multimedia Extension für x86-CPUs. Von Intel propagierte Multimedia-Erweiterung, die Bild- und Audio-Verarbeitung bis zu 400% beschleunigen soll. MMX hat bis heute keine nennenswete Bedeutung erlangt (obwohl es alle Intel-Konkurrenten in ihre aktuellen Prozessoren integriert haben). Es soll Applikationen geben, die mit Hilfe von MMX schneller laufen, diese bilden jedoch die Ausnahme.

Größter Nachteil von MMX ist, daß man die FPU-Register mittels eines speziellen Befehls in MMX-Register verwandelt (was dummerweise sehr lange dauert) und somit nur entweder MMX oder FPU verwenden kann. Die meisten Applikationen, die theoretisch von MMX profitieren würden, benötigen aber auch die FPU, so daß die langwierige Umschaltung jeden Geschwindigkeitsgewinn zunichte macht.

AMD hat inzwischen eine Erweiterung zu MMX ersonnen und auf "3DNow!" getauft.

MSR

Maschinenspezifisches Register - ein internes Register eines Prozessors. Meist undokumentiert lassen sich mit Hilfe der MSRs einige Prozessorinterna in Erfahrung bringen.


O

Out-of-Order-Execution

Während noch ein Befehl in der einen Pipeline abgearbeitet wird, beginnt der Prozessor schon mit der Abarbeitung eines darauffolgenden Befehls. Dabei müssen die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Befehlen untereinander erkannt, Register umbenannt, die Befehlsreihenfolge umorganisiert und die Ergebnisse hachher wieder in die Originalreihenfolge zurücksortiert werden.
Dies macht die Pipelinestufen erheblich komplexer oder erfordert zusätzliche Stufen.


P

Pentium-Rating

Einige Prozessoren der Intel-Konkurrenten (speziell AMD, Cyrix) hatten bei gleichem Takt eine deutlich höhere Leistung als ein Pentium. Da "der Kunde" im Allgemeinen aber eher auf die Taktate schaut und weniger auf die tatsächliche Leistung (die auch schwieriger zu vergleichen ist), hat es ein Prozessor mit weniger Takt natürlich schwerer am Markt. (Analog sagt die PS-Zahl eines Autos auch nicht unbedingt viel über das maximale Drehmoment und dessen Verlauf aus.)

Deshalb haben AMD und Cyrix auf ein Pentium-Rating zurückgegriffen, das die Leistung ihrer Prozessoren im Vegleich zu einem Pentium angibt (bzw. angeben soll). Ein K5-PR166 ist zum Beispiel nur mit 133 MHz getaktet, bringt aber (zumindest im Integer-Beeich) die Leistung eines Pentium-166.

Performance Monitoring

Überwachung eines Programmes mit Hilfe von MSRs. So kann man zum Beispiel die Anzahl der Zugriffe auf eine Speicherstelle o.ä. messen.

Pipeline

Da ein Befehl im Prozessor veschiedene Be- bzw. Verarbeitungsstufen durchlaufen muß, parallelisiert man diese Stufen. So können gleichzeitig Befehle geladen, dekodiert, evtl. in RISC-Instruktionen zerlegt und ausgeführt werden (was alles Zeit benötigt). Ein K6 hat zum Beispiel eine sechsstufige Pipeline, die Befehle "fließen" also regelrecht durch den Prozessor und werden nicht stoßweisse abgearbeitet wie bei älteren Modellen. Beim Pentium werden die parallelen Funktionseinheiten auch Pipelines genannt (U- und V-Pipeline).
Die Pipelines müssen eine bestimmte Länge haben. Sind sie zu kurz (underpipelined), erreicht man ein zu geringes Maß an Parallelität und jede Stufe muß relativ viel Arbeit erledigen, deshalb bleibt der maximal erzielbare Pipeline-Takt klein. Sind sie dagegen zu lang (overpipelined), dann erlauben sie zwar einen hohen Takt, aber bei Programmverzweigungen dauert es lange, bis die Pipeline wieder gefüllt ist

Prefetch-Queue

Einfache Befehle (z.B. Laden, Speichern und Addieren) können vom Prozessor schneller ausgeführt als vom Speicher über den Datenbus geliefert werden. Deshalb besitzen alle x86-kompatiblen Prozessoren eine sog. Prefetch-Queue, in die einige Byte des auszuführenden Programms im Voraus gelesen werden. Dadurch wird in der Regel ein kontinuierlicher Befehlsstrom erreicht.


R

Register Renaming

Beim parallelen Ausführen von Befehlen und Out-of-Order Execution soll manchmal oder öfters ein Register beschrieben werden, das vorher noch als Quellregister für einen anderen Befehl dient. Damit es nicht zu Konflikten kommt und die Integrität der Daten gewährleistet bleibt, benutz der Prozessor dann ein Schattenregister (der K6 hat zum Beispiel 48 davon), um den Befehl vorzeitig ausführen zu können und benennt dieses Schattenregister im Nachhinein um.

Vereinfacht dargestellt:

mov  eax,[4*ebx] ; BX wird verwendet -> parallele Addition wäre nicht
                 ; möglich, weil Inhalt von BX benötigt wird
add  ebx,ecx     ; Addition wird mit einem Schattenregister ausgeführt
                 ; -> keine Verzögerung
  
RISC

Reduced Instuction Set Computing. RISC bezeichnet ein Prozessorkonzept, das auf Festverdrahtung alle Befehle setzt. Im Gegensatz zu CISC gibt es mehr Register, feste Befehlslängen und die Befehle werden meist in einem Takt abgearbeitet. Ein RISC-Prozessor ist stark auf den gut optimierenden Compiler angewiesen.

RISC begann bei x86-Prozessoren ab dem 486 bzw. Pentium eine Rolle zu spielen; man fing an, Befehle fest zu verdrahten, mehrstufige Pipelines zu verwenden etc. x86 ist normalerweise eine CISC-Architektur.


S

SIMD
[ Single Instruction Multiple Data ]

Dieses Verfahren wird bei MMX, 3DNow und ISSE angewandt, um mehrere Daten parallel mit einem Befehl abzuarbeiten.

SMP

Als Symmetrisches Multiprozessing bezeichnet man die Verwendung von mehreren gleichen Prozessoren in einem System. Diese Prozessoren teilen sich den gleichen Hauptspeicher und können dann - Unterstützung vom Betriebssystem vorausgesetzt - mehrere Tasks gleichzeitig ausführen.

Alle x86-CPUs ab dem 586 bieten Unterstützung für SMP, leider gibt es allerdings für die CPUs von AMD und Cyrix keine Chipsätze mit SMP-Unterstützung, da Intel seine Implementation patentiert und bisher auch die Chipsätze alle selbst entwickelt hat.

Asymmetrisches Multiprozessing verwendet verschiedene Prozessortypen gleichzeitig, wie z.B. ein PowerMac oder Amiga mit einer PC-Karte.

Snooping

Als Snooping bezeichnet man den Vorgang, wenn der Prozessor feststellt, ob irgendein Busmaster oder ein anderer Prozessor auf eine Adresse zugreift, die er gerade im Cache hält.

Speculative Execution

RISC-Feature des Pentium-Pro, K6, M-II und Pentium-II. In Zusammenhang mit einer Branch Prediction wird bereits der Code hinter einem Sprung ausgeführt, ohne daß bekannt ist, ob der Sprung auch wie vorhergesagt ausgeführt wird. War die Vorhersage korrekt, ist schon ein Befehl hinter dem Sprung in Bearbeitung oder gar ausgeführt. Eng verwandt mit Out-of-Order Execution.



Systemtakt

Dies ist der Takt, mit dem die CPU auf den Arbeitsspeicher zugreift - oder wie beim Sockel (Super) 7 auf den externen L2-Cache oder L3-Cache.
Der auch oft als Front-Side-Bus oder externer CPU-Takt bezeichnete Systemtakt wird von der Hauptplatine vorgegeben.


T

Three-Dee-Now!

"3DNow!" ist AMDs Antwort auf Intels MMX. "3DNow!" soll 3D-Grafik und Rendering mittels spezieller, MMX-ähnlicher Befehle deutlich beschleunigen. Zu diesen Befehlen gehört zum Beispiel eine Low-Precision-Division, die nur 3 Takte im Gegensatz zu 70 und mehr für eine nomale Division benötigt. "3DNow !" wird mittlerweile von fast allen 'nicht-Intel'-Prozessoren unterstützt. sein.

Time Stamp Counter

Ein MSR, daß Intel mit dem Pentium eingeführt hat. Der 64-Bit TSC zählt jeden einzelnen Prozessortakt, kann also hervorragend zur prozessornahen Optimierung von Programmen benutzt werden.

AMD hat seit dem K5 einen TSC, Cyrix erst seit dem 6x86MX.


Z

ZIF-Sockel

In einen Zero-Insertion-Force-Sockel lassen sich CPUs leicht ein- und ausbauen. Die CPU wird durch das Umlegen des seitlichen Hebels am Sockel arretiert.

  
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Siehe auch:
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