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2. Prozessoren-AMD


AMD K6-2 / K6-III

Da der K6-2 vermutlich nur noch bis Ende 2000 im Handel erhältlich sein wird und der K6-III ebenfalls seit März 2000 nicht mehr hergestellt wird, möchte ich hier auf den Vortrag von 1999 verweisen.
Erwähnt sei noch, daß die Nachfolger von K6-2 und K6-III, K6-2+ und K6-III+ nur in Notebooks zum Einsatz kommen werden.


AMD K7 Athlon

Nachdem Intel jahrelang nahezu konkurrenzlos war und die Prozessoren anderer Hersteller Intels Produkten nicht das Wasser reichen konnten, gelang es AMD mit dem 'Athlon' getauften K7, eine CPU auf den Markt zu bringen, die Intel das Fürchten lehren sollte.


Der Athlon, der zur Markteinführung mit 500 MHz Taktfrequenz lief, wurde noch bis 600 MHz in 0,25 Micrometer-Prozeß gefertigt, dann im 0,18 µm-Prozeß. Im Chip, auf dem 22 Millionen Transistoren untergebracht sind, arbeiten bis zu neun Funktionseinheiten gleichzeizg parallel:
- drei gleichwertige Integer-Einheiten
- drei Adressberechnungseinheiten und
- drei Gleitkomma/MMX/Multimedia-Einheiten.

Die Integer-Pipelines sind beim Athlon 10 Stufen lang, was dem theoretischen Optimum von 8-9 Takten sehr nahe kommt. Im Gegensatz dazu hat Intels P-III 12 bis 17 Stufen und muss somit als overpipelined betrachten werden.
Im Gleitkommabereich ist die Pipeline des P-III mit ca. 30 Stufen sogar doppelt so lang, wie beim Athlon (15).

Der Branch Target Buffer (BTB) kann beim Athlon 2048 Adressen aufnehmen, beim P-III sind es 512, womit der Athlon bei der Sprungvorhersage auf eine Trefferquote von 95% kommt, der P-III auf knapp 90%.

Caches:

An diesen Daten sieht man, daß die Architektur des K7 um einiges 'stärker' ist, als die des P-III.Dazu kommen noch die 4-mal größeren L1-Caches (2*64 KByte statt 2*16 KByte).
Wie beim P-III mit Katmai-Kern ist der (512 KB große) L2 extern auf dem Modul untergebracht und wird auch mit halbem Prozessortakt betrieben. Allerdings erlaubt der Athlon auch L2-Geschwindigkeiten von 1:1, 2:3, 1:2 und 1:3.
Der Cache-Controller sitzt aber nicht wie beim P-III separat auf dem Modul, sondern ist auf dem Chip ('Die') integriert. Er unterstützt Cache größen von 512 KByte bis 8 MByte, welche über einen 72-bittigen 'Backside'-Bus angesteuert werden.

Busse:

Zum System hin verwendet der Athlon ein Busprotokoll namens EV6, welches 64-bittig mit 100 MHz auf beiden Seiten der Taktflanke arbeitet (sog. DDR: Double Data Rate, was 200 'reellen' MHz entspricht).
Mit diesem auch 'S2K' genannten Bus kommt der Athlon auf eine Maximaltransferrate von 1,6 GByte/s, etwa doppelt so schnell, wie die Intelkonkurrenz. Geplant sind auch Implementierungen mit 200 MHz, womit man schließlich auf 3,2 GByte kommen will.
Der S2K ist vor allem ein 'Burst'-Bus, d.h. wenn die Adressen nicht aufeinander folgen, hat er das Problem, sich die neue Adresse mühsam zusammenbasteln zu müssen. Der Bus besitzt lediglich 13 Adressleitungen pro Richtung, wobei die Leserichtung zum 'snoopen' benutzt wird. Das liegt daran, daß fast die Hälfte aller 242 Pins des Slot-A mit Masse oder Corespannung belegt sind, und deshalb nicht genügend Platz für 64 Daten- ,36 Adress- und diverse Steuerleitungen übrig bleibt. Zum Vergleich: der Slot 1 des P-III hat nur etwa ein Viertel der Leitungen mit Masse oder Spannung belegt.

Bei EV6 kann bei Verwendung von mehreren Prozessoren jeder Prozessor eine Leitung zum Chipsatz für sich allein nutzen, er verfügt dann immer über die volle Bandbreite - sofern der Chipsatz da mitspielt. Allerdings verkompliziert das das Board-Design für Multiprozessorboards erheblich, da jeder Prozessor seine eigenen 140 Leitungen will.

FPU:

Beim K6 war die FPU noch Schwachstelle. Es wurde kein Pipelinebetrieb zugelassen, d.h. jeder Befehl mußte warten, bis der vorige fertig war. Deswegen lag die Gleitkomma-Performance deutlich unter der des Pentium II.
Die FPU des Athlon ist'fully pipelined': sie kann schon nach einem Takt mit der Bearbeitung des nächsten beginnen. Außerdem teilen sich die drei Einheiten die Arbeit auf: eine ist für normale FPU-Operationen, die zweite ist fürMultiplikationen und die dritte für das Abspeichern verantwortlich.
Insgesamt ist die FPU bis zu 50% leistungsfähiger als die des Pentium II/III.

Multimedia-Einheiten:

Die MMX- und 3DNow!-Einheiten entsprechen auf den ersten Blick in etwa denjenigendes K6-2/III. Auch hier arbeiten jeweils zwei Pipes parallel. AMD hat allerdings den Befehlsumfang noch einmal um 24 Befehle aufgestockt. Der MMX-Instruktionssatz wurde zum Beispiel um Befehle zur Byte- oder Word-Mittelung, zur Berechnung von Minimum und Maximum oder zum beliebigen Vertauschen von Bytes oder Words erweitert.

Der Athlon wird in Aluminium (Austin, Texas) und in Kupfer (Dresden, Deutschland) hergestellt
Alles in allem hat das Design des Athlon enormes Zukunftspotential. Es war auch ein Athlon, der offiziell erstmals die 1 GHz-Grenze durchbrach.
Erste GHz-Athlons sind bereits im Handel erhältlich, allerdings noch sehr teuer.
Man sagen, daß mit dem Athlon Intels Marktführerschaft auf dem Sektor der Desktop-PC-Prozessoren endgültig ein Ende gefunden hat oder zumindest in absehbarer Zeit finden wird.





Duron

Der ehemals 'Spitfire' getaufte Duron soll im Low-Cost-Segment Intels Celeron paroli bieten. Geplant sind Instruktions- und Daten-Cache von je 64 KB und ein 64 KB großer L2-Cache. Beide sind auf dem Die untergebracht.
Der Prozessor soll mit 200 MHz Systemtakt arbeiten und als Sockel-A-Variante ab 800 MHz erhältlich sein, vermutlich ab Sommer 2000.


Thunderbird

'Thunderbird' heißt ein weiterer Ahlon-Nachfolger, der mit dem Pentium III konkurrieren soll und mit Taktfrequenzen ab 1 GHz ebenfalls für Sommer 2000 erwartet wird.
Er soll in 2 Varianten geliefert werden: für Sockel A und für den Slot A.
Der auf dem Die integrierte L2-Cache wird 256 KB groß sein und der Systemtakt 266 MHz betragen (Double Data Rate mit 133 MHz).
'Thunderbird' heißt ein weiterer Ahlon-Nachfolger, der mit dem Pentium III konkurrieren soll und mit Taktfrequenzen ab 1 GHz ebenfalls für Sommer 2000 erwartet wird.
Er soll in 2 Varianten geliefert werden: für Sockel A und für den Slot A.
Der auf dem Die integrierte L2-Cache wird 256 KB groß sein und der Systemtakt 266 MHz betragen (Double Data Rate mit 133 MHz).


Mustang

Der fürs 3. Quartal 2000 geplante Mustang kommt ab etwa 1 GHz und als Sockel-A- und Slot-A-Version auf den Markt.
Der Systemtakt wird wie beim Thunderbird 266 MHz betragen, der L2-Cache wird etwa 1 MB groß sein.


Sledgehammer

Der als Sledgehammer bezeichnete K8 wird AMDs erster 64-Bit-Prozessor. Er soll ab 1. Quartal 2001 zu haben sein, als Slot-A-Version und ab 1,6 GHz. Die L2-Cachegröße soll zwischen 1 und 4 MB betragen und der L3-Cache wird 8 Mb groß sein.
Die CPU wird mit 400 MHz Systemtakt arbeiten.



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